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Realdemokratie

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Was ist Realdemokratie?

Das Wort Demokratie kommt vom griechischen Demokratia, ein zusammengesetztes Wort aus demos (= Volk) und kratia (= Herrschaft). Damit bezeichnete man im antiken Griechenland (ca. 500 - 429 v. Chr.) eine Staatsform, die auf die Mehrheit der Bürger  ausgerichtet ist. Das bedeutet, das Volk hat selbst über seine Belange  entschieden. Entscheidend wird hier dabei die Definition “Volk”€. So war  es im damaligen Griechenland nur einer begrenzten Zahl von Bürgern  (freie Männer) möglich an der Politik zu partizipieren.

Das Wort  Demokratie sagt aber nicht aus, wie die Mehrheit die Herrschaft ausüben  soll. Soll ihre Herrschaft direkt, durch Versammlungen und Abstimmungen, oder indirekt, durch Bestellung von Vertretern ausgeübt werden? Unklar  bleibt auch, wie der Begriff Volk zu definieren ist, und darin wer alles unter Bürger gemeint ist. Weiter bleibt offen, ob alle Bürger umfassend und zu jeder Zeit an allen Beratungs-, Entscheidungs- und  Ausführungsprozesse der Politik beteiligt werden müssen. Bisher reichte  es, wenn einige wenige beraten und entscheiden, das Volk vor allem bei  Wahlen, beteiligt wird.

Der Begriff Realdemokratie (= echte Volksherrschaft), oft auch direkte Demokratie genannt,  präzisiert die Bezeichnung Demokratie und dient zur Abgrenzung zum  heutigen Verständnis von Demokratie. Unter der Bezeichnung Demokratie  verstehen wir eine repräsentative Herrschaftsform, die bestimmten  Bürgern an der Politik teilnehmen lässt. Das Volk soll nicht nur  teilnehmen, sondern soll seine Geschicke vollumfänglich selbst  bestimmen.

Die Demokratie  ist eine hervorragende friedliche Herrschaftsform, die sich die Bürger  in ganz Europa über Jahrhunderte erkämpft und entwickelt haben.  Millionen von Menschen haben sich für sie geopfert. Der Prozess der  Demokratisierung hat sich seit der ersten staatlichen Einführung in  Europa nach der französischen Revolution im Jahre 1789 weiterentwickelt  und ist dann nach Erreichen eines gewissen Wohlstands stehen geblieben.  Mit den Ursachen dieser Stagnation in der Entwicklung muss man sich  befassen. Ist die Bevölkerungszahl zu groß geworden, um mit mehr  Teilnahme erfolgreich regieren zu können? Wir werden feststellen, dass  unter dem Deckmantel der Demokratie alte Herrschaftsformen schleichend  wieder entstehen, die verhindern, dass die Demokratie weiter  vorangetrieben wird. Es wird dem Volk nur soviel zugestanden, wie es  sich selbst erkämpft hat. Da braucht man nur ein wenig in den  Geschichtsbüchern zu blättern.

Wir wählen heute unsere Politiker selber, die unsere Interessen verfolgen sollen. Aber,  wie wählen wir sie? Wir wählen in erster Linie eine Partei mit eine  Fülle von Ideen. Manche davon halten wir für gut, andere für schlecht.  Sie bietet zu den aktuellen Themen zahlreiche interessante, aber auch  nach unserer Ansicht ungeeignete Lösungsvorschläge. In einer anderen  Partei sehen wir womöglich bestimmte Aufgaben besser gelöst. Aber da  stimmen wiederum anderen Gedankenschritte nicht. Sogar eine dritte  Partei könnte Ansichten vertreten, die den eigenen entsprechen, man kann sich aber für das Gesamtprogramm nicht begeistern. Wir wählen nun das,  was unseren Vorstellungen am nächsten kommt und nehmen so die Behandlung von Themen hin, die nicht im Einklang mit unserer Überzeugung stehen.  Wir müssen bei unserer eigenen Meinung Kompromisse schließen und werden so in unserer Meinungsfreiheit eingeschränkt.

Solange das  aktuelle Wahlsystem gilt und das Volk keine Möglichkeit einer  individuellen Intervention hat, wird es so sein. Das führt zu der  zunehmenden Politikverdrossenheit und bringt letztendlich die Demokratie in Gefahr. Daher muss unbedingt das Volk zumindest bei besonders  wichtige Entscheidungen mit einbezogen werden. Das setzt eine umfassende und sachliche Aufklärung der bevorstehenden Entscheidungen voraus.

Durch  Veränderung bzw. Verbesserung des politischen Systems der  Volksvertretung kann durch mehr Beteiligung am politischen Geschehen zum einen, das Interesse an der Politik wieder geweckt werden, zum anderen  eine reelle Widerspiegelung der Interessen der Bevölkerung ermöglichen. Das Volk weiß ganz genau was es will......in ganz Europa.

Das europäische  Volk muss gemeinsam sein Schicksal in die Hand nehmen. Die Bevölkerung  eines einzigen Landes kann die gewachsenen Strukturen und Vernetzungen  nicht ändern.

Eine unabhängige europäische Organisation führt eine Rangliste der Demokratiequalität  anhand der Klassifizierung von Freedom House hinsichtlich bestehender  Demokratien in freien oder teilweisen freien Länder: Democracy Ranking. 

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